Archiv der Kategorie 'Politik'

WalterMossmann – Lied vom Lebensvogel

Teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • MySpace

Christian von Bötticher: No risk, no fun!

Nun, eigentlich eine Komödie; das Ende ist bekannt, und die Presse hat sich von Anfang an die besten Plätze gesichert. Und deshalb interessiert mich das auch nicht weiter.

„Es war schlicht und einfach Liebe“, so formulierte er seine normative Verteidigung in seiner Rücktrittserklärung. Eine „Liebe“ die er nach der Kandidatur zum Spitzenkandidaten seiner Partei, im Namen der Karriere, dann auch „schlicht und einfach“ wieder fallen lassen konnte. Außerdem hat er „keinen privaten Fehler“ gemacht, fühlt sich dann aber trotzdem dazu genötigt, sich bei aller Öffentlichkeit zu entschuldigen.
Ich frage mich, wer hier was zertreten hat. Die Affäre seine Karriere, oder die Öffentlichkeit ihn? Und was ist wohl für den Mann bedeutender, wenn die Situation ihn dazu zwingt vor dieser scheinheiligen Moral zu kriechen.

Ach ja, und war da nicht noch das Mädel? Fragt jemand was sie aus der Situation, mit dieser Erfahrung macht? Ein kurzes erhabenes Gefühl, an der Seite von jemandem in einer Machtposition zu liegen, oder musste sie auch von irgendwas zurücktreten?

Teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • MySpace

Schon abGEZockt?

Der persönliche Umgang mit der Gebühreneinzugszentrale ist ein eher leidiges Thema. Jedoch haben mir die aktuellen Nachrichten zu den Öffentlich Rechtlichen eine Veranlassung zu diesem Statement gegeben.

Die Verhältnisse, die sich im Rundfunk hierzulande offenbaren sind zum Einen eine gnadenlose Willkür und zum Anderen die Zerstörung der Informationsvielfältigkeit.
Abgesehen von den zusätzlichen Werbeeinnahmen haben die Öffentlich-Rechtlichen allein durch die Zwangsgebühren jedes Jahr mehrere Milliarden Euro als sicheres Budget, weil im Rundfunkvertrag, die Gebühren unabhängig vom Einkommen der Teilnehmer und von der Leistung in Sachen Qualität und subjektiver Ansprüche festgelegt sind. Den Ersteren fließen die Gelder also unabhängig von der Zuschauernachfrage sowieso zu. Von dieser Seite her besteht damit für die öffentlich-rechtlichen Sender ein immenser und gnadenlos überlegener Marktvorteil gegenüber den Privatsendern. Denn die Existenz von Letzteren, die sich ja nahezu ausschließlich über Werbeeinnahmen finanzieren, basiert eben gerade deshalb auf möglichst hohen Zuschauerquoten. Durch dieses permanente Existenzrisiko bleibt den Privatsendern einfach der Handlungsspielraum zur Entwicklung und zum Test neuer Formate und Programme verwehrt, da dies ja mit einem gewissen Quotenrisiko verbunden ist. Und daher ist es auch einfach logisch, dass Letztere ihr Programm massenkompatibel, unkritischer, Informationsreduziert, also letztendlich leichter konsumierbar gestalten (müssen).

Schon allein die Übernahme von Masken, wie Thomas Gottschalk, der über eine millionenschwere Ablösesumme vom ZDF zum ARD wechselt, die zu ebenfalls zig Millionen an veruntreuten Geldern beim KiKa, und die Lizenzen zur Austrahlung der Champions-League-Spiele, die von den Zuschauern ohne Weiteres auch im Free-TV hätten angesehen werden können, …. Diese Zahlungen werden logischerweise zum größten Teil aus den TV- und Rundfunkgebühren finanziert, woher auch sonst.
Und dafür wird scheinheilig an Moral und Ehrlichkeit appelliert? Und dafür soll jedem Bürger das Geld aus der Tasche herausgezwungen werden, „weil es einfach fair ist“???

Teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • MySpace

Verfassung und Entlassungsvertrag. Mach´s Gut (tenberg)

Es ist der 01. März 2010, 11:15 Uhr und die Schlagzeilen sämtlicher Medien thematisieren den Rücktritt des strahlenden Kriegsministers der Bundesrepublik Deutschland.
Meiner Ansicht nach, in Anbetracht einiger gegenwärtiger, politischer Debatten1 und des wachsenden Drucks der Gesellschaft und aus den Reihen der Politiker über die Medien, keineswegs unerwartet war. Die Situation, in der er sich zuletzt befand, hat wohl nicht nur seine politische Karriere und seinen öffentlichen Status gebrochen, sondern zumindest ein stückweit auch ihn selbst.

Und das ist alles logisch schlimm und sehr traurig, solange die 15 Minuten in der das Fernsehprogramm zu besagter Thematik läuft, nicht überlagert werden von neuen Ausscheidungen der Modemacher der Frühjahrskollektionen, der Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“ oder neuer Benzinpreiserhöhungen. Ich frage mich nur, wie viele Menschen, die gerade nach zu Guttenbergs Rücktritt, ihn so vehement verteidigen, sich groß echauffieren und empören über den öffentlichen Umgang mit ihm und den Plagiatsvorwürfen heroisch irgendwelche Charaktereigenschaften zuschreiben als wären sie schon jahrelang befreundet, jemals mit allgemein der Politik, seiner Politik und insbesondere seiner Dissertation auseinandergesetzt haben? Wohl ebenso viele, wie die Menschen die ihn genau wegen seiner Doktorarbeit kritisieren und sich über ihn lustig machen.

Zumindest hat Karl Theodor zu Guttenberg zu Beginn der Debatte über die Plagiatsvorwürfe die Öffentlichkeit offenbar belogen2, was nach den guten Recherchen auf der Webseite der Kampagne GuttenPlag.Wiki, die diese gezielte Demontage auf die Spitze treibt, wohl unbestreitbar ist.
Mit dieser Demontage einhergehend, wird die Diskussion über die Dissertation zu Guttenbergs einzig und allein auf die moralische Bedeutung der kopierten und nicht als solche gekennzeichneten Textstellen, von großen Teilen der Öffentlichkeit heruntergebrochen. Eben dieser Schwerpunkt ist leider ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Diskussion.
Es verwundert mich aber, dass gerade Professoren, Doktoranden und andere Menschen im Dienste einer akademischen Graduierung, den wissenschaftlichen und normativen Wert ihres akademischen Kodex´ gefährdet sehen und daher verteidigen wollen – jene Menschen die den moralischen Zeigefinger gegen die Verhaltensweisen und Menschen in die Höhe halten, die gerade ihr Kodex hervorgebracht hat und immer wieder reproduziert. Die Frage ist also, wo die Anmaßung herrührt, anzunehmen, dass Prominente, Politiker und/oder Adlige darüber erhaben sein müssten – jene Menschen wiederum, die zumindest oder gerade durch den großen Druck der Öffentlichkeit dazu genötigt sind, sich innerhalb einer akademischen Konkurrenz durchzusetzen um ´Jemand´ zu sein.

Und genau deshalb ist es, im Sinne dieser Konkurrenz logisch, wenn alle Verstöße gegen ihren Kodex als „Fehler“ verklärt werden. „Wer suchet, der findet.“ Und wer auf der Suche nach solchen Fehlern, in Form von, nicht mit Anführungszeichen, Fußnoten und Quellenangaben versehenen Textbestandteilen ist, den interessiert logischerweise eine inhaltliche Auseinandersetzung nicht.
Es wäre doch aber viel sinnvoller gewesen, besagte Textstellen auf ihren Gehalt und ihre Richtigkeit zu überprüfen, statt sich bloß darauf zu konzentrieren, ob sie mit den ohnehin Lesefluss beeinträchtigenden und irrelevanten Quellverweisen versehen sind.
Darin war zu Guttenberg seinen Diskreditanten zumindest in einem Punkt voraus, denn immerhin musste er sich schon überlegen, ob und in wie weit er die bereits von Anderen publizierten Erkenntnisse in seine Dissertation einarbeiten kann, und hierzu bedarf es nun einmal seiner inhaltlichen Überprüfung dieser Erkenntnisse.
Leider ist der Gegenstand der öffentlichen Diskussion, wer das Eigentum auf eine Erkenntnis hat und wie dieser sein Eigentum rechtlich durchsetzt.
Aber ist es nicht sinnvoller die Frage in den Raum zu stellen, inwieweit man bereits erdachte und veröffentliche Erkenntnisse vielleicht Allen zugänglich und zu Nutze macht, zum Zwecke einer inhaltlichen Bestätigung oder Dementierung, Kritik und Verbesserung. Denn dann könnte man diese Erkenntnisse verwerten, um beispielsweise Erleichterung bei bestimmten Aufgaben oder eine Verbesserung der Lebensqualität zu schaffen. Und hierbei nimmt weder die Erkenntnis im Kopf des Erstdenkers, noch der Erstdenker selbst in irgendeiner Art und Weise Schaden.

Ich habe keineswegs die Absicht, Herrn zu Guttenberg zu verteidigen. Immerhin ist er nun ein populäres Opfer eben der Logik des Konkurrenzprinzips geworden, die er mit seiner, ebenfalls innerhalb dieser Denkweise erwirtschafteten Machtposition, für sich selbst und im Namen dieses Landes, am Hindukusch so vehement verteidigt (hat).

  1. die Meinung der Öffentlichkeit spaltende und daher medienwirksame Themen wie die Geschehnisse auf der „Gorch Fock“ oder die Reformation der Bundeswehr. [zurück]
  2. aus Sicht der Rückbetrachtung seiner Stellungnamen. Ob er nun wissentlich gelogen hat, was aufgrund seiner Statusposition zumindest nachvollziehbar wäre, oder nicht, sei dahingestellt. [zurück]
Teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • MySpace