Gerhard Gundermann – Der Narr

04. März 2014

Ich weiß auch nicht was das immer soll.
Manchmal renne ich Kilometer voraus, um dann am Horizont zu sehen wie wenig ich mitkomme.

Vom Dach unserer Gemeinschaft klagt krächzend rabenartig die allgemeine Grundstimmung wenn unser so wichtiges mittelalterliches Allerheiligstes wie der Aberwitz persönlich über unseren Köpfen kreist und sich die Eier schaukelt, weil die 2 vor der 3 längst überfällig geworden zu sein scheint.

Deshalb packe ich Nanofabriken in jeden Satz, an welchem ich Flügel baue. Nanofabriken mit Dornenkrone und dem Hang zu Schlafmangel und Betäubung durch Heroin. Du musst sie nicht entschlüsseln. Schon wenn du sie erahnst teilen wir die gleiche Signatur, mit der wir jeden Tag durch einen Liedschlag abschließen.

Ich bin immer unterwegs, viel zu unterwegs und doch zu sesshaft. Zu viel auszubrüten, zu viel zu verdauen und dennoch so viel zu ersehnen. Glück ist nicht das zu bekommen, was man will, sondern was man braucht. Meine Geliebte ist (wie) die Kunst; Die die mit Pinsel und Farbe dass was ich brauche in die Gemüter einer jeden überpflasterten Stadt reinzeichnet, die ich Heimat nennen kann.

Nichts ist der Zukunft gleichgültiger als deine Furcht vor ihr in der Vergangenheit.
Die Blumen von heute, sie lächeln dich an. Um sie zu erblicken musst du nur hinausgehen und lernen hinzusehen. Hier in der Bar über deinem scheiß Whiskyglas hängend, blasen dir nur deine alten Geister ihren nachtragenden Qualm ins Gesicht.
Passiv rauchen ist ja schädlich genug.

Ich hoffe es ist ein schöner Tag, wo immer du auch bist. Ich verlass jetzt die Höhle und erfinde das Rad.
Da könnte dann deine Werbung drauf stehen.

One night in Bangkok and the world’s your oyster,
the Bars are Temples but the Pearls ain’t free.
You’ll find a God in every golden Cloister
and if you’re lucky then the God’s a she.
I can feel an Angel sliding up to me

(Murray Head)

16. Januar 2014

Natürlich ist das kryptisch. Fundamentalkritik. In Worte gezeichnet, auf leere Seiten gelegt und in Überzeugung gewandelt. Wie eine Reise auf den windigen Gipfel eines viel zu fernen Berges. „Und was soll ich hier?…“ Die Quelle steht noch unten am Fuß und wartet. Schon seit millionen Jahren wartet sie. Nichts verstehen, nur darüber reden, wie Andere es verstanden wissen möchten; schön systematisiert und entzaubert. „Sofies Welt“ liegt im Schrank in der Ecke und verstaubt, während ich weder den Wald sehe noch die Bäume und Unverständnis nur noch als Autopoesie aus der Quelle der ewigen Suche heraussprudelt. Alles, was ich lese und mich nicht vermag in ferne Galaxien mitzunehmen, schiebt nur noch mehr Staub in die Ecken des Regals, in dem ich so viel anhäufen und einordnen wollte, bevor ich gemerkt habt, dass Regale unser Untergang sind. Lass uns nur weiter versuchen die Welt in Zellophan einzuwickeln und allen Dingen ein Label draufzutackern. Ich schaue uns beim Scheitern zu.

watch the horizon eating the sun

7 Stunden im Zug oder 7 Stunden im Flugzeug? Ich bleibe lieber geerdet. Und Zugfahrten sind trotzdem irgendwie zu scheiße zum Lesen oder zum Schreiben. Eine junge Frau neben mir tippt eifrig physikalische Formeln, die ich niemals verstehen werde, in ein Dokument auf ihrem Laptop. Eine Welt, die man errechnen kann, ist einfach. Ich rechne nichts und bin aber trotzdem nicht unkomplizierter; oder schlauer. Wenn du das Zeitliche segnest, ist die Uhr nicht automatisch dein Freund.

cold enough to make the winter cry

Jeder, der zu viele Fragen stellt, weiß schon zu viel. Ich nehm´ die Antworten den Fragen vorweg und lege dir unsere Abgründe vor die Füße, verprügel dich mit der Brücke die ich darüber baue und setze uns dann Stein für Stein wieder zusammen. Die Rastlosigkeit spricht immer noch aus mir, während ein kleiner Teil meiner Vergangenheit flüsternd und mit abgefuckter Zombiemaske immer noch an der Haltestelle steht und auf deinen Bus wartet. Dieses ewige Flüstern – wie Motten, wie was von einstigen Schmetterlingen übrig ist, nur dass die Flügel schon immer schwarz gewesen sind. Blickficken und Blicktöten: 2 Schwestern, die sich jetzt immer öfter den Spielplatz teilen. Einmal zu viel Schwung – Absturz; ein Satz – zu viele Sünden, einmal resigniert und du schließt die Schatztruhe vor meinen Augen auf .

God knows I failed, but he knows that I´ve tried

Natürlich ist das kryptisch, natürlich ist das kitschig. Ich hoffe, dass ich immer wieder über „Los“ gehen kann, auch ohne 200€ einzunehmen und hoffentlich ohne, dass ich dafür immer im Kreis laufen muss. Bis dahin schreibe ich weiter Risse in die Fugen eurer Selbstzufriedenheit und treffe dabei immer öfter auf die heiligen Geister die meine Verstandeslücken bewohnen.

not only a piece of cake but the cherry on the top of the cream

Die einzige Frage, die du dir stellen musst ist, wo willst du hin, und wer will dich bitte daran hindern?

14. Oktober 2013

Nacht. Es ist schon wieder früh am nächsten Tag. Die Geister verzogen sich bereits in alte verlassene Ruinen, weil sie sich von den Gedanken der Menschen gruseln. Die Vögel singen noch nicht und ich will auch nicht auf sie warten. Nachts wirkt die Stadt ein Bisschen wie ein uralter Wald: Die Kabel und Enden der Masten sind wie Äste, die sich nach mir zu winden scheinen, die Sirenen das heulen der Wölfe, ein typischer Geruch, das Gefühl nie allein zu sein. Nur die Stille hat einen anderen Charakter. Zum Glück gibt’s hier keine Mücken! Nur die Dunkelheit verbirgt, was das Licht wieder preisgeben wird.

Ich hab gar nicht so viel zu sagen, wie ich eigentlich gern hätte. Ich quatsche vor mich hin, mit den tiefen Untiefen meiner nie schlafenden Gedankensphären und spiel mich darin in jeder Rolle besser, als jede der verborgenen Wahrheiten, die ein Karikaturist aus meinem Antlitz herauszeichnen würde. Mein Ego spaziert nachts die dunklen Gassen entlang und kickt die runden Steine vom Pflaster, über die sich die Fahrradfahrer aufregen. Meine einzigen Zeugen sind die Straßenlaternen, die mir geduldig zuhören, während ich die Melodien und Strophen in mich hinein summe, die die kleinen Ohrhörer an meinem Ipod verlassen. Jetzt, da die Tage wieder kälter werden, kommen mir wieder jene armen Seelen in den Sinn, die nicht einfach wärmende Gemütlichkeit an weißen Metallkästen herbei drehen können, die so unschuldig an den Wänden unserer trauten Zimmer hängen. Und ich laufe draußen umher und freue mich, dass ich von meinem kärglichen Gehalt gewärmt werde, dass ich im Interesse der Wirtschaft umsetzte und nun am Körper trage. Was ist eigentlich Zynik? Gesichtsmortadella zum Beispiel. Neulich sagte mir jemand, dass sie es bedaure sich verliebt zu haben, weil es unangebracht ist… eine vom Sarkasmus geschwängerte Zynik. Die alten Meister sind wieder vereint.
Ich bin zum Glück bei den Guten. Bei denen die Bier saufen, sich innerhalb von politischem Kabarett zaghaft eine Heimat suchen und sich selbst manchmal weniger ernst nehmen können als eine Seifenoper an einem an einem viel zu schönen Sonntagmorgen am 1. April. Manchmal extrem um anderen zu zeigen dass extrem sein extrem rückschrittlich ist. Stets die Kinoleinwand vor den Augen und den Karneval im Kopf; die Pupillen oft zu klein, als dass ich das Prädikat wach verdiene; keine Disko-Medizin, keine holländische Gelassenheit, nur deutscher Durst und der Rest vom Monatslohn wird die Kehle runtergespült.
Ich will die Tür zu dir aufschließen, doch finde den Schlüssel nicht. Deshalb geh´ ich jetzt erst mal wieder wandern, dreh´ die Welt einfach lauter und dämpfe alle äußeren Eindrücke, bis die Sonne aufgeht und du die Tür von innen aufmachst. Es wird Tag, in wenigen Stunden wird bestimmt Tag sein. Was ist eigentlich Zynik?

01. August 2013

Gedanken kreisen, finden ihren Weg in Zeichenfolgen und werden durch meine Hände in die Tastatur gemeißelt, während ich zufrieden am Bier nippe. Der kleine Frieden, nur ein Bisschen Zeit. Das wird kein Liebesvers, damit warte ich noch ´ne Weile. Eigentlich bin ich aber Romantiker, manchmal – irgendwo zwischen Rosen auf deinem Bett und Kopfnicken zu elektronischen Geräuschen. – Pause.

Ich wache auf, weil mich das schrille Zwitschern eines satanischen Geräts aus einer Welt jenseits von Gut und Böse reißt. Ein Balken staubgeschwängertes Sonnenlicht fällt schräg auf den von irgendwelchem sinnlosen Zeug übersäten Zimmerboden. Tik-Tak. Schon wieder 5 Minuten aus dem Alltagstakt. Ich bin sowieso immer zu spät. Ich krieche aus dem, mit meinem Schlaf vollgesogenen Deckenhaufen und quäle meinen Leib, der sich noch nicht entschieden hat, in welcher Welt er gerade steckt, richtung Badezimmer. Die Dusche – während heißes Wasser über das Antlitz fließt, der perfekte Platz für Alltag“philosophie“, jenseits jeglicher Akademik und doch keineswegs unbedeutender. Was mache ich eigentlich, wer bin ich, was soll das und wieso hab´ ich immer noch kein neues Shampoo gekauft… Reflektion, während Wasserdampf aus der Badezimmerluft mehr macht, als die Summe seiner Teile. Heißes Wasser, Kater, Fragezeichen, Ekelhaftigkeit, Terminkalender, Zeitdruck, ICH!
Zwischen Kultkommissar, der Kopfgeldjagd nach Hype und den tiefen Untiefen zwischenmenschlicher Verwurzelung, manchmal so down wie mein Kontostand. Selbst in den Phasen meines ritterlichen pflichtbewussten Fleißes ist das Etikett der Selbstlosigkeit nur ein Clown im Abbild meines holographischen Image-Projektors – Alltags-Selfmademanagement ist Grund und ewiger Weg. Aber allzu oft wagt sich dann doch die tiefe Sehnsucht nach einem „Winnie Pooh“-Lifestyle an das Licht des Hundert-Morgen-Waldes, gespiegelt im Tau auf den Blättern längst vergangener Kindheitsträume. Und dann gehe ich raus, in das, was vom Tag noch übrig ist. Es ist ein schöner, sonniger Tag und da ist man auch gefälligst draußen, unter Menschen, um Teil zu haben, Teil zu sein, das Leben als Teil des Lebens an sich in einem wichtigen Teilabschnitt des Lebens zu erleben. Und ich bin mir dessen vollkommen gewahr, dass sich meine hedonistische Seite daran laben wird, meinen Leib dazu zu bewegen, sich im warmen Schein unseres Hauptgestirns zu aalen. Also Sonnenbrille auf, Schal um den Hals, der nach teurem Eau de Cologne riecht – und das is´ schon korrekt so! Der Ausbalancierte Pfad zwischen Denker, Prolet und Funkloch – und ich muss auch gar keinen Anspruch haben oder irgendwie sein oder son´ Scheiß. Ich warte lieber auf die neusten Terrormeldungen, die Mücken pünktlich im Frühjahr und die nächste große Liebe. Zu kompliziert, als das alles Sinn machen müsste, zu nebelig für richtig oder falsch und zu bunt für reine Ratio. Die meisten, die immer irgendwas sein wollen, sind aber nichts. Die Reue kommt immer erst nach dem Kater. Aber was solls. Da hat man sich schon zig Mal übergeben, aber die Terrorwarnungen sind vorbei, die Mücken schon fleißig aber da war doch noch was Anderes?
Manche, die ihr ganzes Leben lang versuchen das Böse zu bekämpfen, sehen irgendwann auch nichts außer Schlechtigkeit. Warum zur Abwechslung nicht mal das Gute Stärken und hoffen, dass das Böse gegen die Wand rennt. Wir sind ja alle nur Träumer, aber wir können das Beste draus machen, an etwas Glauben. „Warum explodierst du nicht?“ – „Warum siehst du keinen Sonnenschein?“ Ich will außerdem gar nicht, dass sich alle an die Regeln halten, denn dann wären wir alle Maschinen in einer Welt wo Emotionen keinen Platz finden sollen. Es geht nicht um mich, nicht um dich, sondern um das „Uns“, dass uns zu so viel mehr macht als unser Selbst isoliert imstande ist zu erreichen.
Manchmal verstehen wir die ganze Welt, wenn wir des Nachts am Lagerfeuer liegen und unsere Augen gen Sternenhimmel richten, was den einen oder Anderen ein Gefühl ausbrüten lässt, was uns für Augenblicke von jeglicher Materialität davonträgt. Manchmal fühlt man dies auch mit einem einzigen Blick auf einen bestimmten Menschen und aller Sinn steht da plötzlich vor Einem. Diese Sterne, Lichter – eine Strecke entfernt, die sich unserer Vorstellungskraft entzieht, von Körpern ausgesandt, die schon seit Äonen nicht mehr existieren mögen, verraten uns so viel über uns selbst: Die Sehnsucht nach etwas Weiterem, etwas Größerem. Und dann brauche ich die Sterne nicht mehr, denn diese Dinge liegen hier, vor uns, auf einer Welt, von dem die Meisten nicht mal einen Prozent kennen. Wir müssen nur mal wieder zurück hier her. Wir müssen nur mal wieder hinsehen!

Vielleicht sollte ich mal ein Buch schreiben… oder vielleicht sollte ich auch einfach mal wieder mein Geschirr abwaschen.

07. Oktober 2012

Es gibt Tage, an denen einfach nichts funktionieren will, an denen du hast Gefühl hast, alles was du wünschst, stellt sich gegen dich.
Manchmal machen es die Menschen es den Anderen unnötig schwer. Im Rausch des Alltags denken viele nur an ihren Vorteil; und die Späne, können Andere aufsammeln. Wenn du neben dem Studium, Arbeit suchen musst, weil du keine finanzielle Unterstützung kriegst, musst du am Besten 18 Jahre alt sein und 20 Jahre Arbeitserfahrung mitbringen… Die sauren Äpfel sind die Zeit und Energie, mit denen du diese Situation bezahlen musst. Und auf einmal stehst du Mitten in diesem Strom unserer neuen Zeit, siehst jeden Tag, dass es nicht um Teamgeist geht, sondern um Effizienzsteigerung, nicht darum, jemanden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sondern ihm mit falschem Ehrgeiz die schöngeredeten Objekte ihrer neuen Werte hinterherzuschmeißen. Das alles nebenbei, während du dazu angehalten bist, dir selbst einen Platz in dieser Dynamik zu erkämpfen; dich zu bilden, gute Zensuren zu ergattern, für eine Position, auf der du nicht mehr zu denjenigen gehörst, die die Späne aufsammeln.

Hier hastet Jeder mit zu viel Augenringen und Mangel an freundschaftlichen Kontakten durch die Woche. Du kannst dir nur eins aussuchen: Erfolg, genug Schlaf oder soziale Interaktion. Die Leute schreien sich nur noch an, selbst wenn sie schweigen, weil keiner mehr irgendetwas in Ruhe machen kann und Keiner so richtig will was er tut. Die Einen haben sich damit abgefunden, Andere können drüber lachen, aber es gibt auch die, die sich schon längst selbst aus diesem Spiel geschmissen haben, deren Träume am Alltag zerbrochen sind. Niemand geht besser damit um, wir haben nur alle unterschiedliche Fluchtpunkte.

Lass dich nicht zerbrechen. Lass dich niemals behandeln, als wärst du im Kindergarten; wenn dich jemand zu Unrecht anschreit, schrei verdammt nochmal zurück. Manchmal muss man einfach die Zähne zeigen, auch auf die Gefahr hin, dass man sie sich an irgendetwas oder irgendwem ausbeißt. Lass die Dinge, die dich quälen von niemandem herunterspielen, der irgendwie meint, du seist noch zu jung, unerfahren oder irgend so´ne Scheiße. Auch du hast gelacht, geweint, geliebt und gehasst. Und du hast so viel zu verlieren; jedes Lachen gemeinsam mit Anderen, jede Träne über einen Traum, der dir oft genug ins Gesicht gepisst hat und jedes verschissene Herzchen in irgendeiner verschissenen SMS.
Du musst nicht immer irgendetwas hinterherrennen, was höchstens in den Sternen geschrieben steht. Deine Familie und Freunde sind hier, jetzt, mit dir, nicht in den Sternen irgendeiner Zukunft. Geh raus und triff dich mit Leuten die du magst oder liebst, mit denen du etwas anfangen kannst, mit denen du dem Alltag und all dem Scheiß allein durch eure Gemeinsamkeit den Mittelfinger zeigst. Sei das Lächeln, das du vermisst! (was für ein pathetischer Scheiß^^) Erzählt etwas Mist, lacht über euch selbst, tanzt als gäbe es kein Morgen und knallt euch von mir aus weg. Nothing should break your spirit!

28. Juni 2012

Ach heute ist Fußball-EM…!? No shit, Sherlock?
Ein Blick in Facebook nach der Niederlage der deutschen Nationalmannschaft und ich weiß gar nicht, wo ich meinen Mittelfinger zuerst drunter setzen soll.
Da wird dem offenen Hass auf die gegnerische Mannschaft mit Facebook-Däumchen die Bedeutung verliehen… Wie tief kann man eigentlich sinken, wenn man seine Position in einer ohnehin fraglichen Stimmung über Internetklicks auszumachen sucht. Schlimmer als kleine Kinder, die sich im Supermarkt heulend und schreiend auf dem Boden wälzen, weil Mutti die Kaubonbons nicht in den Wagen packen will.
Ich finds ja auch furchtbar,…so was von furchtbar, so richtig schlimm…
Dieser Hass ist das, was ekelhaft ist; sucht euch bitte ein Leben oder raucht mal ´nen Dübel. Ihr schafft das tatsächlich, den Sport (!) mit eurem beschränkten Gequatsche zu zerstören, ihr Superhelden…Deutschland sollte seltener spielen, damit seine Fans sich nicht noch mehr entblößen müssen.

Sportlich verdient, gutes Spiel, darum gehts!

Fidl Kunterbunt – Vorurteile

10. Februar 2012

„Man lebt nur einmal“ ist ein Spruch der nur allzu leichtfertig über die Lippen kommt. Meistens wird er im Raum stehen gelassen, ohne dass das Ziehen von Konsequenzen, dem leeren Gehalt irgendeine Bedeutung verleihen könnte. Das Grinsen das neben dem Satz herläuft, hüllt ihn in einen Schleier aus Belanglosigkeit. Warum müssen wir es, wenn auch so banal, rechtfertigen, uns gehen zu lassen, mal über die Stränge zu schlagen? Weil es etwas Besonderes ist, was man sich nicht oft erlauben kann und soll, in dieser hastigen Welt, in diesen produktiven Zeiten.

Die Zeit ändert die Dinge nicht. Die Menschen ändern die Dinge, und alles was unangetastet bleibt, bleibt so wie es ist.
Man wird sich seiner Endlichkeit rückt umso mehr in das Bewusstsein, je näher man an das Ende gelangt.
Und plötzlich scheinen sich die Bedeutungen zu verschieben, wenn man dieses Bewusstsein in das alltägliche Denken und Handeln einbindet. Das Kleine wird Groß, das Beiläufige wird magisch, das Graue wird Bunt. Aber das was war, wird nicht mehr sein, das Vergangene kehrt nicht wieder. Und bald schon geht es nicht mehr darum, etwas nicht mehr ändern zu können, sondern zu bedauern, etwas niemals verändert zu haben.
Dann sitzt der gezeichnete Mensch in seinem Schaukelstuhl, versunken in den Geschichten, die er jeden Tag mit sich trägt und muss sich fragen ob er alles erreichte, was er erreichten wollte, malte was er fühlen konnte, sagte was es zu sagen galt, bewegte was zu bewegen war und liebte, was er zu lieben im Stande war. Und er begreift, dass er die Antwort auf diese Fragen, wohl schwerlich allein in sich selbst findet. Was werden wir sehen aus dem schmalen Blickwinkel des Rückblicks, was werden wir fühlen, auf der scharfen Kante der Fragen, die wir uns stellen werden? Welche Geschichte werden wir erzählen? Wird es eine sein, an deren Ende man das Buch zufrieden zuklappen kann, eine, die sich viele in das Regal stellen?

Pyro One – Flug zum Mond

29. Januar 2012

Die Menschen haben noch Träume, sagt man.

„written on the last train“

Auf Facebook gibt es unzählige Veranstaltungen von Weltuntergangspartys.
Und so viele nehmen daran teil. Warum ist das so lustig, warum wäre das so schön?…
Die Suche nach dem inneren Frieden, vor dem sich keiner verantworten müsste.
Die große Stille, zu dem niemand etwas bei tragen müsste.
In einer Unausweichlichkeit, den eigenen Niedergang feiern. Das können nur Menschen.
Haben sie sich das verdient?

„Does anybody see my love?“

Immerhin werden jedes Jahr schätzungsweise 14.000.000.000 Kugeln Munition produziert, also 2 pro Mensch.
Eine für sich selbst, und eine für die Träume, die niemals wahr werden.

„Things have changed“

All das getippt, während Bob Dylan von „wonderful feelings“ singt und aus den Boxen sanft seine alten traurigen Melodien erklingen. Thank you.

„weil sie an irgendetwas geglaubt haben…“

„Das ist alles falsch, eigentlich dürften wir gar nicht hier sein an diesem Ort. Aber wir sind hier. Das ist wie in den großen Geschichten, Herr Frodo, in denen, die wirklich wichtig waren, voller Dunkelheit und Gefahren waren sie, manchmal wollte man das Ende gar nicht wissen, denn wie könnte so eine Geschichte gut ausgehen? Wie könnte die Welt wieder so wie vorher werden, wenn so viel Schlimmes passiert ist? Aber letzten Endes geht auch er vorüber, dieser Schatten. Selbst die Dunkelheit muss weichen. Ein neuer Tag wird kommen und wenn die Sonne scheint, wird sie umso heller scheinen. Das waren die Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben, die irgendwas zu bedeuten hatten. Selbst wenn man noch zu klein war, um sie zu verstehen. Aber ich glaube, Herr Frodo, ich verstehe jetzt. Ich weiß jetzt. Die Leute in diesen Geschichten hatten stets die Gelegenheit umzukehren, nur taten sie es nicht, sie gingen weiter, weil sie an irgendetwas geglaubt haben.“
(Samwise „the brave“ Gamgee, Herr der Ringe – Die Zwei Türme)

22. Januar 2012

Diese Gedanken und Gefühle wurden vom Administrator entfernt.

10. Januar 2012

Manchmal schläft man nur, wenn man wach ist;
Träumt die reale Tragödie nur im sich immer wieder zu fragen wann das Aufwachen kommt.
Bin ich wieder hier oder immer noch?
Damals haben wir nichts gesagt, heute noch viel weniger,
nicht blind für das, was zu sagen wäre.
Aber der Bruch des Schweigens hieße die Blindheit füreinander, das wissen wir beide.
Es bleibt die Logik, nicht mehr die Sterne vom Himmel holen zu wollen.
Auch nur eine Maschine.
Das Paradies kann ich dir nicht schenken,
nur die Krücken zurückgeben, die mir schenktest um immer wieder aufzustehen.
Dann würde ich nicht mehr fallen, sondern einfach liegen bleiben.

Und dann ist da noch dieses Gefühl, die Grenzen neu zu ziehen, die man jahrelang versucht hat zu demontieren.

Die Zeit gibt mir Pflaster nach jedem neuen Stich, den sie mir zufügt.
Und mit jedem Mal wird es schwieriger es anzunehmen.
Dein Glück ist das brennende Pflaster, wenn dein Schmerz meine Zerstörung ist.
Manchmal geht die Sonne nur auf, wenn die Welt irgendwo anders untergeht.
Und vielleicht dreht sich Welt nur weiter, wenn sie einen Stern hat, um die sie kreisen kann.
Meinen inneren Rebell hast du zerbrochen,
den Weltschmerz von seinem Platz gedrängt, aufgelöst und ersetzt.

Und jetzt kann ich dir nur zusehen,
an der Welt vorbeileben,
glauben, dass du den Gipfel erreichst, während ich liegen bleibe,
und dabei wissen, dass ich mich in diesem Glauben selbst belüge.

Hau ab, aber verlass mich nicht.

Worte sind so armselig.

09. Januar 2012

Ein cooler Spruch, eine Lebensweisheit, nie für ein Lächeln oder einen schlechten Witz zu müde.
Es geht nur um Oberflächen. Den ganzen Tag, mit jedem Satz und jedem Blick.
Und dann brauch man sich auch nicht zu wundern, wenn man darunter nicht mehr ernst genommen wird.
Wir glauben einander zu verstehen, voneinander zu wissen.
Einen Scheiß können wir!

Viele denken sie können dir helfen, wenn sie deine Probleme rational erklären und für dich eben so zu überwinden versuchen.
Aber das ist eben genau nicht das Problem.
Und beim Suchen eines Pfades der hinaus führt, gibt man dann gelegentlich Mitmenschen die Schuld für das eigene Kopfchaos, die Desorientierung und Verzweiflung, die überhaupt nichts dafür können.
Die Fragen werden nicht gestellt. Die Antworten verfallen.

Dann beginnt man zu laufen,
egal wohin dich die eigenen Füße tragen, nur weg,
im Schweigen,
an einen anderen Ort.
Unwürdig die Nachblicke eines Blickes zu würdigen.

Aber die Gedichte, kann ich auch hier nicht zu Ende schreiben.
Ein Seufzer aus kläglichen Worten, zwischen Traum und Wahrheit, Lüge und Wirklichkeit.